Er war noch einmal hier

Gastbeitrag von Elisabeth Esch

„Der kleine Prinz feiert Weihnachten. Vom Verlieren, sich auf den Weg machen, Suchen, Finden und Neubeginn“ heißt das moderne Märchen des Düsseldorfer Kinder- und Jugendbuchautor Martin Baltscheit. Es erzählt, wie der kleine Prinz sich im 21. Jahrhundert in der Weihnachtszeit, nach einem Notfall auf seinem Stern Asteroid B 612, nach über 70 Jahren noch einmal auf den Weg zur Erde macht, um seinen Freund aus der Wüste um Hilfe zu bitten.

Er landet am frühen Morgen in einem Hinterhof einer Bäckerei auf leeren Mehlsäcken. Dort ist er nicht allein. Eine immer hungrige Krähe lauert auf Brotkrumen. Sie ist desillusioniert, was die Menschen angeht, und nicht erfreut,  als der vermeintlicher Mitesser erscheint.
„’Ich wollte zur Erde‘, sagt der Junge.
‚Glückwunsch! Du bist angekommen, ganz auf dem Boden trüber Tatsachen.‘
Der Junge in Uniform und mit langem, rotem Schal sieht sich um. Der Hof ist groß, die Wände sind steil, und nur das eine Fenster ist erleuchtet.
‚Wohnst du alleine hier?‘
‚Hier im Revier bin ich allein, aber der Planet ist voller Lebewesen. Jedes will das beste Stück für sich, und niemand gibt was ab. Es ist eine Wüste der Herzlosigkeit, und auch der Krähe erbarmt sich keiner.‘“

Was genau auf seinem Stern für ein Drama passiert ist, erfahren wir nach und nach, als sich die Krähe – bestochen mit ihrer Lieblingsspeise Rosenplätzchen – und der kleine Prinz auf den Weg machen den Freund zu suchen. So treffen sie neben dem Bäcker die Männer von der Müllabfuhr, einen Weihnachtsmann im Kaufhaus, das Christkind in der Kirchenkrippe das gerne mitkommen möchte und bittet:
„Dann nimm mich mit!“ sagte es. „Ich bitte dich.“ Eines Tages kann ich Wunder. Das könnte helfen. Und wenn wir deinen Freund gefunden haben, feiern wir Weihnachten und schenken uns Dinge, die wir gebrauchen können: ein Navi, ein Kanu und ein Dreirad. Komm! Nimm mich mit und wärme mich mit Deinem schönen Lachen. Ich sehe es, du bist ein guter Mensch.“

Das wird der Küster vereiteln und der kleine Prinz landet bei der Polizei und beim Psychologen. Der stellt die Diagnose:
„Ja, und es gibt auch eine Diagnose. Es ist ganz eindeutig: Der Junge leidet an Fantasie. Ja, es ist schon fortgeschritten, nein, nicht ansteckend, aber von alleine heilt das natürlich auch nicht. … Schicken wir ihn ins Sanatorium, sollen die sich über die Feiertage kümmern.“
Im Sanatorium erfährt der kleine Prinz, dem die Schwester das Buch vom kleinen Prinzen gibt, den Namen des Freundes: Antoine de Saint-Exupéry der ihrer beider Begegnung in der Wüste aufgeschrieben und bebildert hat.

Wie er aus dem Sanatorium entkommt und ob und wo er den Freund findet, wird hier nicht verraten.

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Das von Martin Baltscheit reich bebilderte Buch eignet sich zum Vorlesen für Groß und Klein (ab 8) und unbedingt zum Verschenken, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ein Kommentar

  1. Gabriela Köster

    Ich bin sehr berührt von dieser Fortsetzung des weltweit bekannten Buchs von Saint-Exupéry. Und die, denen ich es schon geschenkt habe, auch.

    Bitte bitte kaufen Sie das Buch nicht bei Amazon, sondern bei einer Buchhandlung, die Ihr Vertrauen verdient und europäische ethische Standards bietet. Der Postversand geht bei hiesigen Buchhandlungen sowieso schneller als bei Amazon.

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